Wenn man dem Sprichwort Glauben schenkt, das da verkündet: „Ein lustig‘ Lied macht ein fröhlich Gemüt“, dann kann man verstehen, warum Anfang der 20er Jahre im Gesangverein „Volkschor Liedesfreiheit Rastatt 1906 e.V.“ die Entscheidung fiel, auch einmal närrisch aufzutreten. Man wollte den Rastatter Bürgerinnen und Bürgern nicht nur mit Gesang, sondern auch einmal mit Humor Freude und Entspannung bieten. Spontan wurde ein sogenannter „Siebener-Rat“ mit Ferdinand Herm an der Spitze von der Sängerschar ins Leben gerufen, der 1924 einen Maskenumzug von der Bahnhofstraße bis zum Gasthaus ANKER organisierte. Dies war die Geburtsstunde der Rastatter-Karnevalgesellschaft, die bis heute mit heimischem Humor, mit zeitgenössischen Tänzen und Rhythmen und viel Engagement zu frohen und unterhaltsamen Stunden während der Rastatter Fastnachtszeit beiträgt, ohne zu sehr in eine Bühnen-Show zu geraten.
Noch gerne erinnern sich alte Mitglieder an die Anfangszeit und den ersten Umzug, bei dem Karl Helber auf einem Pferd der Speditionsfirma „Elias Hatz“ ritt, das für sich aber beschlossen hatte, dem Umzug bereits im Gasthaus Löwen ein Ende zu bereiten. Im darauf folgenden Jahr wurde wiederum ein Maskenumzug durchgeführt, doch man verzichtete auf das Pferd und Karl Helber musste zu Fuß gehen. Auch die erste Fastnachtssitzung der RA-KA-GE fand im Jahre 1925 statt und zwar im den alten Rastattern noch bekannten Kreuz-Saal, dem heutigen Modegeschäft HEUDORF bzw. nun ADLER.
1929 veranstalteten die Karnevalisten ihren ersten Kinderumzug, der vom „Grün“ aus hätte starten sollen. Doch aufgrund eisiger Temperaturen froren den Musikern sämtliche Instrumente ein. Fastnacht hatte zur damaligen Zeit noch wenig mit Geld zu tun, umso mehr als sich Not und Arbeitslosigkeit in der gesamten Bevölkerung bemerkbar machten. Doch man war erfinderisch, stellte den Humor in den Vordergrund und behalf sich mit Krepppapier, aus dem auch die ersten Kutten gearbeitet wurden, und Bohnenstecken, die mit Papierbändern geziert den Zermonieren dienten. Man musste keine GEMA und Steuern an die Stadt abführen, die Musik spielte für ein Vesper und ein Bier. Zu den Sitzungen befreundeter Gesellschaften fuhr man mit dem Fahrrad. Wie man sich vorstellen kann, gelangen aus diesen Situationen so manche Missgeschicke, die der „Schnüffler“ alias Josef Badergoll immer wieder gerne in seinen Vorträgen bei den Fastnachtssitzungen aufleben ließ.
Im Jahre 1932 sollte die vorerst letzte Sitzung der Karnevalisten im KREUZ-Saal stattfinden, bei der ein Erdbeben den Boden zum Schwanken brachte und den Saal innerhalb weniger Minuten leerte. Ein Zeichen der Zukunft – ein Jahr später mussten die Kutten und sonstige Utensilien abgegeben werden, der Gesangverein „Volkschor Liedesfreiheit“ und die RA-KA-GE wurden von den humorlosen, verbohrten Nazis verboten.

Zwangspause von 1939 bis 1948

„Humor ist keine Gabe des Geistes, er ist eine Gabe des Herzens“ – Diesem Spruch des deutschen Publizisten Ludwig Börne folgten im Jahre 1948 alte und neue Narren, die unter dem neugewählten Präsidenten Hans Hoffmann trotz französischer Besatzung wieder die Narrenfahne hissten und Karnevalsitzungen im ANKER durchführten.
Zum 30-jährigen Jubiläum im Jahre 1954 wagte man zum ersten Mal den Sprung in die Fruchthalle, doch die Zeit war noch nicht reif, und man ging für einige Jahre wieder zurück in die bekannte Atmosphäre des ANKER-Saales.
Eine neue Ära begann im Jahre 1960, als Werner Mellert zum Präsidenten gewählt wurde und er gemeinsam mit einer jungen Vorstandschaft frischen Wind und neue Ideen in die Gesellschaft brachte. Wer erinnert sich nicht gerne an die Auftritte der „Helberschneck“ alias Karl Helber, der zusammen mit seinem Sohn Kurt bei den Sitzungen begeisterte, oder an die „sechs Charlies“, eine aus den Reihen der Naturfreunde hervorgegangene Gesangsgruppe, die „Jungfrauen“ oder die „Kuhstallsänger“? Besonders erwähnt werden sollte die Frauengruppe, die mit ihren Vorträgen und Gesangs-Auftritten als Straßenfeger, Schwiegermütter, Bade-Nixen oder japanische Geishas über 30 Jahre lang ein fester Bestandteil jeder Sitzung war. Kein Wunder, dass sich die Fastnachtssitzungen der RA-KA-GE immer größerer Beliebtheit erfreuten und der ANKER-Saal zu klein wurde.
So zog man im Jahre 1963 wiederum in die FRUCHTHALLE um, wo nach zehn Jahren sogar zwei Sitzungen durchgeführt werden mussten, um die Kartenwünsche erfüllen zu können. Weiter durchgeführt wurden im ANKER-Saal bis zu seinem Abriss im Jahre 1978 die Prinzenbälle, die Kindermaskenbälle am Rosenmontag und der Kehrausball am Fastnachtsdienstag nach der traditionellen Faschingsbeerdigung der Schatulla. Des weiteren stand er als Vereinslokal und zur Lagerhaltung der Requisiten zur Verfügung. „Als wir den ANKER-Saal verloren haben, haben wir ein Stück unserer Ursprünglichkeit hergegeben“, so die Worte des heutigen Ehrenpräsidenten Werner Mellert.
Zum 40-jährigen Jubiläum im Jahre 1964 hatte sich die RA-KA-GE einen besonderen Gag ausgedacht. Bis zu dieser Zeit gab es weder einen Prinzen noch eine Prinzessin, was natürlich zu einer richtigen Karnevalgesellschaft gehört. Kurzerhand wurde Gründungsmitglied Karl Helber als Prinz in einem Kinderbett in die Fruchthalle getragen. Zwei Jahre später – im Jahre 1966 – präsentierte die RA-KA-GE mit Klaus und Christel Erhard das erste offizielle Prinzenpaar, das im ANKER-Saal proklamiert wurde. Da keine Mittel zur Ausstaffierung einer Garde zur Verfügung standen, half die Gro-Ka-Ge Sandweier, die im Jahre 1954 mit Hilfe der Rastatter-Karnevalgesellschaft aus der Taufe gehoben wurde, mit ihrer Garde aus. Drei Jahre später war es so weit – man hatte fleißig gespart und konnte jetzt eine eigene Garde zusammenstellen, die anfänglich von Ballettmeisterin Alex Riemer trainiert wurde. Die Fastnacht in Rastatt gewann Jahr für Jahr mehr an Popularität.
So war es Alt-Oberbürgermeister Richard Kunze, der im Jahre 1965 den Wunsch äußerte , die Karnevalgesellschaften mögen einen Kinderumzug am Fastnachtssonntag veranstalten. Die Organisation wurde in paritätischer Besetzung von den beiden Rastatter Gesellschaften Gro-Ka-Ge und RA-KA-GE durchgeführt. Artur Helffenstein – zu Anfang als Schriftführer – und Werner Mellert als stellvertretender Vorsitzender schufen an der Seite von Präsident Herbert Leibold von der Gro-Ka-Ge Rastatt einen Kinderumzug, der mit viel Begeisterung in der Stadt aufgenommen wurde und aus dem sich der heute weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte internationale Fastnachtsumzug entwickelte.
Schlag auf Schlag ging es auch innerhalb der Rastatter-Karneval-Gesellschaft Anfang der 70er Jahre weiter. Der Elferrat trennte sich von seinen bewährten aber inzwischen altmodischen Kutten und präsentierte sich in neuen roten Smoking-Jacken. 1971 wurde die erste Mini-Garde mit Kindern im Alter von 10 bis 13 Jahren gegründet, die von Christel Erhard – der Mutter der Kompanie – trainiert und von Erika Mellert und Anneliese Kopp betreut wurde. Was wäre eine Fastnachtssitzung ohne Männerballett? Dieses wurde ebenfalls im gleichen Jahr von Gabi und Manfred Völlinger in Szene gesetzt und liegt seit nunmehr über 20 Jahren in den bewährten Händen von Brigitte Villa, die nicht nur Tänze mit den agilen Herren einstudiert, sondern auch deren Kostüme, sowie die der Minigarde und Showtanzgarde, näht. Wer erinnert sich nicht gerne an die „Les Humphries Singers“ oder den „El Bimbo“.
Feste Bestandteile in den Sitzungen waren aber auch Figuren wie „Diogenes“ alias Werner Mellert oder „Till“ alias Christel Erhard, die mit ihrem urwüchsigen Humor den Besuchern immer wieder fröhliche Stunden bereiteten und nicht nur Rastatter Kommunalpolitik anprangerten, sondern auch kritisch auf den Regierungssitz in Bonn blickten.
In ihrem 50. Jubiläumsjahr 1974 präsentierte sich die RA-KA-GE als eigenständige, eingetragene Gesellschaft, die sich zwischenzeitlich freundschaftlich aus den Banden der Liedesfreiheit gelöst hatte und in den Badisch-Pfälzischen und Deutschen Karnevalsbund eingetreten war. Die Aufbauarbeit hatte sich gelohnt, denn immer wieder konnten die Sitzungen aus den eigenen Reihen gestaltet werden und der Nachwuchs stand bereits mitten im Geschehen. 14 Jahre lang hielt zu diesem Zeitpunkt bereits Werner Mellert als Präsident das Ruder in die Hand und lenkte mit viel Enthusiasmus und Engagement die Geschicke der Gesellschaft.
An seiner Seite stand seit Anfang der 70er Jahre Konrad Kopp als Vize. Es wurde viel organisiert und neue Ideen geboren, ja sogar durch die Fastnachtssitzungen führten die beiden abwechselnd. Mit einbezogen wurden natürlich auch sämtliche Familienmitglieder wie Erika, Heidi und Bärbel Mellert oder Anneliese, Ursula, Beate, Heike und Dieter Kopp.
Eine weitere Familie gewann im Jahre 1973 innerhalb der Gesellschaft an Bedeutung. Brigitte und Erich Villa wurden zum Prinzenpaar proklamiert und engagierten sich in der Vorstandschaft als Schriftführerin und Kassenwart. Es sollte jedoch noch einige Jahre dauern, bis der nächste Generationswechsel vor der Tür stand. Doch auch bei der Jugend gewann die RA-KA-GE immer mehr Begeisterung.
Die im Jahre 1974 von Dieter Kopp gegründete Jugendgruppe trat beim Jubiläumsumzug als „Elferrat des Jahres 1924“ in Original-Kostümen auf. Bereits im folgenden Jahr luden die jungen Karnevalisten zu ihrer ersten Jugendsitzung in die Fruchthalle ein. Es sprach sich unter den Rastatter Jugendlichen schnell herum – bei der RA-KA-GE da ist was los! Ein Jahr später zählte die Jugendgruppe rund 60 Mitglieder, einschließlich der Prinzengarde und der zwischenzeitlich formierten Jugendgarde. Man stand den Erwachsenen nicht nach, stellte ein eigenes Programm mit Büttenvorträgen zusammen, proklamierte ein Jugend-Prinzenpaar und baute sogar einen eigenen Umzugswagen. Beibehalten blieben die Jugendsitzungen, die bis 1989 Sonntags in der Fruchthalle und von 1992 bis 2000 im Naturfreundehaus stattfanden. Die Rosenmontagsbälle für Kinder finden weiterhin im Naturfreundehaus an der Murg statt. Hier legte „DJ Wolle“ Habicht bis 2005 für die Kids die Platten auf.
Die folgenden Jahre gehörten zu den Hochzeiten der RA-KA-GE. Auftritte von „Anton und Jaköbl“ alias Erika Mellert und Elisabeth Rauber, die mit spitzen Glossen auf Rastatter Persönlichkeiten abhoben, der „Till“ alias Christel Erhard, der „Diogenes“ alias Werner Mellert, der „Clochard“ alias Erika Mellert, der „Telefonseelsorger“ Hans Odermatt, der über 20 Jahre mit seinen politischen Vorträgen auch ernste Worte in die Fastnacht brachte, Auftritte der „Tellplatzlerchen“ aus Ötigheim oder der „Achener Harlekine“ sorgten immer wieder für zwei ausverkaufte Sitzungen in der Fruchthalle. Als tänzerischer Leckerbissen präsentierte sich die Prinzengarde, die vorübergehend von der Tanzschule Müller trainiert wurde, bevor sie in die Hände von Christel Erhard, Heidi Himmel und Bärbel Ernst kam. Auch bei Fremdauftritten in Sitzungen befreundeter Gesellschaften, bei ihren Besuchen in der Partnerstadt Orange und beim 100-jährigen Jubiläumsfest des Gesangvereins „Apollonia“ genoss die Prinzengarde viel Aufmerksamkeit. Der größte Erfolg war die Teilnahme am badisch-pfälzischen Gardeturnier, bei dem die Prinzengarde den dritten Platz erreichte. Die Jugendgarde wurde zwischenzeitlich von Erika und Hans Odermatt und von Erich Villa, die Minigarde von Brigitte Villa trainiert und betreut. Doch nicht nur die Fastnachtssitzungen trugen zur Bereicherung der Rastatter Fastnacht bei. Den Start in die neue Kampagne machte der Prinzenball im ANKER-Saal, dem die Ordenssoirée folgte. Zwei Sitzungen in der Fruchthalle sowie die Jugendsitzung wurden vom Kindermaskenball am Faschingssonntag abgerundet. Zwei weitere Kindermaskenbälle am Rosenmontag und Faschingsdienstag standen dem Rastatter Narrensamen zur Verfügung, bevor am Abend vor der Ankerbrücke die Fastnacht beerdigt wurde und der Kehrausball im ANKER-Saal stattfand.
Doch dem nicht genug – seit Mitte der 70er Jahre fanden im Rastatter Altersheim (jetzt Martha-Jäger-Haus) Altennachmittage statt, denen Seniorenfaschingstermine bei VdK oder den Postpensionären folgten. Um dies alles unter einen Hut zu bringen, da sich manche Veranstaltungen überschnitten, wurde von der RA-KA-GE für ihre Aktiven ein Fahrdienst bereit gestellt. Ergänzt wurde das Fastnachtsprogramm durch die Teilnahme am Rastatter Faschingsumzug mit Prinzen- und Narrensamenwagen, die vom Hofbrauhaus Hatz und der Rastatter Luftsportgruppe zur Verfügung gestellt wurden, sowie vier Gruppen, dem am Faschingsdienstag der Umzug in Baden-Oos folgte.
Ein einschneidendes Erlebnis war der Abbruch des ANKER-Saals im Jahre 1978. Man verlor nicht nur das Vereinslokal, die Lagermöglichkeiten für den Fundus sondern auch die Räumlichkeiten für so manche Veranstaltung. Kurzerhand wurde der „Friedrichshof“ zum Vereinslokal benannt, die Requisiten wurden bei einem Mitglied untergebracht, der Kleiderfundus fand seinen Platz in den Räumen der AWO und die Kulissen wurden im ehemaligen BASI-Areal bei Niederbühl (jetzt Feuerwehrstandort), sowie im Körner-Magazin (heute Loft-Wohnungen) untergestellt . Für den Prinzenball wählte man bis zur Fertigstellung des Naturfreundehauses den LÖWEN-Saal oder das katholische Gemeinzentrum St.Alexander.
Ein neuer Generationswechsel stand der RA-KA-GE im Jahre 1987 ins Haus. Nach 27 Jahren unter der Präsidentschaft von Werner Mellert wurde Erich Villa an die Spitze der Gesellschaft gewählt. Ihm zur Seite standen Jürgen Singer und Heinz Bauer. Bei den Sitzungen, die seit 1991 mit rund 100 Aktiven in der Badner Halle stattfinden, zeichnet Dieter Kopp bis heute verantwortlich für die Regie und Rainer Aalfeld führte die Besucher als Sitzungspräsident durch ein Programm, das mit Isabel Fritsch den „Till“ wieder aufleben ließ. Unter ihrer Leitung präsentierte sich auch seit 1990 die Prinzengarde, deren Auftritte immer wieder ein Augenschmaus waren. Die Jugendgarde wurde dann von ihrer Schwester Denise übernommen und anschließend führten Jessica Dotzauer und Margarita Klaus diese Gruppe. Die Minigarde wurde lange trainiert und betreut von Sendy Kopp und Mia Budak. Zur Freude der kleinsten Rastatter Faschingsnarren erfuhr auch vor einigen Jahren der Kindermaskenball am Rosenmontag im Naturfreundehaus ein Comeback. Es betreuten bis 2002 Sandra Knörr und bis 2004 Kirstin Hettel die Kleinsten, unsere MINI ́s.
Unter der Ära von Präsident Erich Villa hatte die Gesellschaft 1993 die Möglichkeit, gemeinsam mit dem „Volkschor Liedesfreiheit“ die Vereinsräume im „Haus der Vereine“, dem ehemaligen Militärgebäude CARNOT, in der Badenerstrasse 9/2 zu beziehen und diese in Eigenarbeit für sich zu gestalten. Das Vereinsleben der rund 160 Mitglieder – davon rund 50 Jugendliche – hat seitdem wieder an Atmosphäre gewonnen. Stammtischtreffen, Vorstand-sitzungen, Ausweichmöglichkeiten für das Training der Garden, Lagermöglichkeiten für Kostüme und Fundus. Vorarbeiten für den Wagenbau – der Anhänger wird seit einigen Jahren mitsamt Zugmaschine von der Firma FESER-Obstplantagen in Niederbühl zur Verfügung gestellt und auch dort aufgebaut – erleichtern die vielfältigen Aufgaben der Gesellschaft.
2001, in ihrem 77. Jubiläumsjahr präsentierte sich die Rastatter-Karneval-Gesellschaft 1924 e.V. als moderner Verein, der auch seit mehreren Jahren außerhalb der Fastnachtszeit mit DJ Andi am 30. April zur „Party in den Mai“ einlud, jedoch seine Ursprünge und seinen Bezug zur urwüchsigen Rastatter Fastnacht nie verloren hat. In 2002 haben sich die etwas größeren „Mini ́s“ selbständig gemacht. Unter der Leitung von Ute Krahn und Sandra Knörr entstand die Tanzgruppe „Teenies“, in der ab und zu auch Jungs integriert sind. In 2003 hat die RA-KA-GE unter den Prinzenpaar Renate und Jürgen sein Publikum in der Prunksitzung am 8. Februar mit einer tollen Mischung aus Tanz, Musik und Büttenreden verzaubert. Der Artikel im Badischen Tagblatt bezeichnete diese Sitzung als „… mit Abstand die Schönste seit Jahren …“. Die Band „Twister“ hat wie in den Vorjahren alle Aktiven stimmungsgenau begleitet. Routiniert und mit starker Stimme präsentierten die Plittersdorfer „Altrheinjodler“ gar einen Fasnachtshit mit dem Titel „So isch Fasnacht bei der Ra-Ka-Ge“. Das Männerballett unter der Leitung von Brigitte Villa (sie hatte fast alle Kostüme der Veranstaltung angefertigt) entpuppte sich mit seinem schottischen Beitrag zum ungekrönten Höhepunkt des Abends; dabei wurden die Herren im Kilt von steppenden Mädchen der Prinzengarde unterstützt. Die Stimmung zum Brodeln brachte zum Schluss die „Dorlacher Clown-Kapelle Bertsch“, bis alle Auftretende zur Polonaise formiert die Bühne verlassen hatten.
In der Jahreshauptversammlung am 13. Juni 2003 wurden redaktionelle Verbesserungen und die Änderung der Abgabe des Vereinsvermögens nach eventueller Auflösung der Ra-Ka-Ge in den Satzungen einstimmig beschlossen.
1924 bis 2004 = 80 Jahre Ra-Ka-Ge – „Jetzt lassen wir ́s krachen“ So lautet die Inschrift auf dem explodierenden Fastnachtsorden, den ihre Lieblichkeit Prinzessin Nicole und Prinz Patric mit vielen Küsschen verliehen haben. Und dass es für das Publikum bei der Prunksitzung so richtig gekracht hat, dafür sorgten viele Tänze, die „Altrheinjodler“, die Fahnenschwinger, das Fanfarencorps Türkenlouis, die „Dorlacher“ und selbstverständlich unser Präsident Erich Villa, der mal mit seiner Frau Brigitte, mal mit Jürgen Singer und ein weiteres Mal in der gemischten Showtanzgruppe aus Prinzengarde und Männerballett für krachende Auftritte sorgte. Leider ist die Kampagne 2004/2005 sehr kurz gewesen, schon am 15. Januar ´05 war die Prunksitzung in der Badner Halle. Hierbei fungierte Jürgen Zöllner als Moderator für den verhinderten, langjährigen Conferencier Reiner Aalfeld. Der Jahresorden „Vorhang auf – Spass heraus“ wurde nach langer Zeit nicht mehr einfarbig über Siegfried Burkhard (Ersingen) sondern achtfarbig von der Fa. MTO (Pforzheim) bezogen. Die Kampagne 2005/2006 begann mit einem „Kracher“ beim Prinzenball. Das Prinzenpaar Marion und Eric Kühn stammt aus dem Führungsteam der „Guggemusik Schachdlbachkracha“ aus Rastatt. Beide haben stets dafür gesorgt, dass die RA-KA-GE recht lange bei den Veranstaltungen der befreundeten Gesellschaften vertreten war. Auch beim Interview im SWR-Fernsehen zur Badisch-Pfälzischen Fastnacht zeigte Prinzessin Marion ihre gewandte Bühnenerfahrung. Das Umzugswagenmotiv war eine riesige Trommel mit einer Trompete, wieder mit unzähligen Papierrosen besteckt. Der Orden zeigt ein altes Schalk-Relief von einem ehemaligen RA-KA-GE-Orden, der zeitlich nicht mehr zuordenbar ist, umrahmt von zwei Schalknarren. In der Fastnachtszeit 2006/2007 regierten Judith und Christian. Judith hat schon lange Zeit erfolgreich die Minis trainiert und nun auch die „Turbosisters“. Auf dem Jahresorden wurden die langjährigen Sponsoren DJ Andi und Obstplantage Feser verewigt, die stets unentgeltlich die Ra-Ka-Ge unterstützen. In der Vorstandschaft gab Heinz Bauer 2007 nach 14 Jahren das Amt des Vize an Jürgen Singer zurück. Ab dem Prinzenball 2007 nahmen Tanja und Ralf das Narrenzepter in die Hand. Beide sind in der Vorstandschaft der „1. Rastatter-Murghexen e.V.“ aktiv. Sie hatten auf dem ziemlich hoch gebauten Thron (bestehend aus 43 Europaletten) auf dem Umzugswagen einige Schwierigkeiten ihr Gleichgewicht zu halten. Diese Kampagne 2007/2008 war eine selten kurze! Gerüchten zu Folge soll erst in etwa 160 Jahren wie der so früh im Jahr Aschermittwoch sein.
Im August 2008 nahm unsere vielfache Trainerin Judith Erbacher ihre berufliche Chance wahr und arbeitete zeitlich befristet in Kairo/Ägypten. Anschließend war sie aber wieder da. Beim Prinzenball 2008 überraschte das Prinzenpaar Ute & Uwe Krahn die anwesenden Gäste und Mitglieder. In der Prunksitzung 2009 regierten sie über etwa 450 Gäste im Türkenlouis- und Sybillen-Saal sowie über die närrische Gefolgschaft auf der Bühne. Nach etwa zwanzig Jahren war dies die vorerst letzte Veranstaltung, in der Rainer Aalfeld durch das Programm geführt hat. Er sagte jedoch zu, dass er die Sitzung im Jubiläumsjahr 2024 moderiert. Im Jahr darauf wurden wir von Mitgliedern der Narrengruppe Schwalbenrain verstärkt: Prinzessin Daniela (ehem. Röder) mit ihrem Prinzen Hans-Peter. Daniela ist den alten Ra-Ka-Ge-lern noch als starke Büttenrednerin in der Fruchthalle bekannt. Leider fiel sie bei der Prunksitzung unglücklich vom Thron; „… typisch für eine badische Flugente“, wie sie in ihrer Büttenrede in der darauffolgenden Sitzung klarstellte.
Beim CC-Bietigheim war im Folgejahr die Verwirrung zunächst sehr groß, weil Nicole und Engelbert aus der Gruppe der Kiiholzbuuwe als unser Prinzenpaar beim Prinzenball erschien. Alles ging gut, bis sich Engelbert als Feuerprinz outete und die gelb-blau-rote Papierlilie auf dem Prunkwagen in Rauental verfrüht zu Asche verbrannte. In der Vorstandschaft gab Jürgen Singer 2011 das Amt des Vize an Andreas Härtel ab. Präsident Erich Villa führte durch das 88-jährige Jubiläum in der Kampagne 2011/2012. Prinzessin Desiree und Prinz Michael (nun zum 2.Mal ) waren nun das Prinzenpaar. Prinz Franz und seine „Sissi“ Dagmar regierten dann die Narren der RA-KA-GE. Vize Andreas Härtel ist in der 10. Staffel von DSDS der Promoter von Teilnehmer Erwin Kintop, der hier schließlich den 5. Platz belegte.
Präsident Erich Villa stellte sich in der JHV 2013 nicht mehr zur Wahl. Er hat nach 26 Jahren nun wirklich sein Präsidentenamt abgegeben. An die Spitze wurde der allseits bekannte DJ Andi (= Andreas Härtel) gewählt. Mit DJ Engy (= Engelbert Krensel) im Amt des 1. Vorsitzenden und mit Dagmar Freer im Amt der Schatzmeisterin ist das Vorstandsteam aufgepeppt worden.
Erich Villa ist nun neben Werner Mellert ebenfalls Ehrenpräsident.
Als das Prinzenpaar Dagmar & Franz abdanken mussten, folgte ihnen Prinzessin Sandra vom PNC mit ihrem Prinz Marcel von den Schellenteufeln. Wie PNC-Präsident Dirk Süss aufgeregt bemerkte: „Das ist ein perfekter Drei-Zonen-Verbund.“ Darauf folgte Prinzessin Elke mit Prinz Patrick, die beide nach der anstrengend schönen Kampagne gemeinsam als Ehepaar weiter machen. Auf eigenen Wunsch hat Engy Krensel sein Amt des 1. Vorsitzenden überraschend vor der heißen Phase zum 12.01.2015 niedergelegt, Marion Kühn hat daraufhin freiwillig die Organisation in die Hände genommen. Die ersten beiden Sitzungen in der Hopfenscheuer waren hervorragend besucht, bestimmt hat die Neugier auch dafür gesorgt. Die neu gegründete Formation RASTI´S unter der Leitung von Eric Kühn hat erstmals die Bühne und den Saal zum Beben gebracht. Das Raumkonzept ging erfolgreich auf, im nächsten Jahr werden jedoch einige Erfahrungspunkte für weitere Verbesserungen sorgen. In der folgenden JHV 2015 wurde Dirk Jehle zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Weil Andi und Dirk in ihrer gemeinsamen Firma GrünBau zusammen zeitlich stark eingebunden sind, hat Dirk Jehle 2017 das Amt des 1.Vorsitzenden zur Verfügung gestellt. In geheimer Wahl wurde Marion Kühn zur 1. Vorsitzenden gewählt. Auch Schriftführer Eric Kühn hat den Posten des Schriftführers an Larissa Gerhardt übergeben. Regisseur Dieter Kopp wollte eigentlich seinen langjährigen Posten abgeben, hat aber zugestimmt, diesen zusammen mit Hans-Peter Ams nochmals kommissarisch weiter zu führen.

Übrigens: Der Faschingsdienstag ist Höhe- und Schlusspunkt des närrischen Treibens.
Das Wort Karneval kommt vermutlich vom lateinischen „Carne vale!“ d.h. „Fleisch, lebe wohl!“,
was bereits auf den Beginn der Fastenzeit hindeutet.
Zwischen Aschermittwoch und Karfreitag liegen immer 44 Tage.